Jahrhundertprojekt KuRaMaDa (KUnstRAsen MArgaretenDAmm)
FC Wacker Bamberg 1927 e.V. - Bayerischer Fussballverband

Bereich
Sportplatz
Umsetzungsdauer
Für die praktische Umsetzung wurden allein im Zeitraum von November 2025 bis Juni 2026 mindestens 1.500 Stunden ehrenamtliche Eigenleistung durch mindestens 75 Vereinsmitglieder und Unterstützer erbracht.
Teammitglieder
Insgesamt haben mindestens 75 Vereinsmitglieder das Projekt aktiv unterstützt – mit Fachwissen, Arbeitskraft sowie organisatorischer Unterstützung. Zusätzlich konnten Spenden von über 400 Personen und Institutionen gesammelt werden.
PROJEKT ZUSAMMENFASSUNG
Skizze

PROJEKT DOKUMENTATION
Umsetzungsschritte
Unser Naturrasenplatz am Margaretendamm war das Herzstück des FC Wacker Bamberg – und gleichzeitig unser einziger Fußballplatz. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten verfügen wir (auch perspektivisch) über keine weiteren Trainings- oder Ausweichmöglichkeiten. Entsprechend hoch war die Belastung des Rasenplatzes: Er wurde weit über die für Naturrasen übliche Belastungsgrenze hinaus genutzt. Die Folge waren vermehrt Schäden, regelmäßige Sperrungen und notwendige Schonzeiten, die unseren Trainings- und Spielbetrieb erheblich einschränkten. Ein Kunstrasenplatz war für uns – auch in Hinblick auf die klimatischen Veränderungen – deshalb keine Komfortlösung, sondern die langfristig notwendige Antwort auf ein existenzielles Problem: Wie schaffen wir für unseren – insbesondere im Kinder- und Jugendbereich – stetig wachsenden Verein eine verlässliche Sportstätte, die nahezu ganzjährig und bestmöglich genutzt werden kann? Die Antwort darauf entstand nicht über Nacht. Seit 2021 entwickelte unsere Vorstandschaft gemeinsam mit weiteren Vereinsmitgliedern das Projekt Schritt für Schritt. Wir analysierten Referenzprojekte, führten Gespräche mit Vereinen in vergleichbaren Situationen und bezogen frühzeitig externes Fachwissen ein. Darüber hinaus brachten im gesamten Projektzeitraum zahlreiche verschiedene Vereinsmitglieder unentgeltlich ihre berufliche und persönliche Expertise ein. Zu Beginn konnten wir beispielsweise auf das Know-how eines Ingenieurs aus dem Vereinsumfeld zurückgreifen. Ende 2023 wurden dann erste konkrete Projektentwürfe entwickelt und eine umfassende Kostenschätzung erstellt. Der Architekt begleitete dabei nicht nur die Planung des Kunstrasenplatzes, sondern eröffnete gemeinsam mit uns auch weitere Perspektiven für die langfristige Weiterentwicklung unseres Standorts. Dazu gehörten unter anderem die Errichtung eines Fahrradparkplatzes, Anpassungen an der Steintribüne und Veränderungen an der überdachten Tribüne. Auch weiter in der Zukunft liegende Ideen wie die mögliche Errichtung eines Biergartens oder eine „Öffnung“ des Vereinsgrundstücks zum Main-Donau-Kanal wurden dabei mitgedacht. 2024 begann die entscheidende Phase der politischen und institutionellen Abstimmung. In zahlreichen Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Stadtverwaltung, Bildungs- und Sporteinrichtungen sowie dem Bayerischen Landes-Sportverband wurde das Projekt vorgestellt, abgestimmt und für die konkrete Umsetzung weiterentwickelt. Ein entscheidender Meilenstein folgte am 11. Dezember 2024: Der Bamberger Stadtrat beschloss den Haushalt für 2025 und verankerte unter dem Titel „Sanierung Sportanlage FC Wacker Bamberg“ 100.000 € für das Projekt im Investitionsprogramm der Stadt Bamberg sowie die Aufnahme des Projekts in den Investitionsplan 2026–2028 mit weiteren 300.000 € Förderung. Am 30. Juli 2025 wurde die erforderliche Baugenehmigung erteilt. Somit wurde aus einer langjährigen Vereinsidee ein konkretes Großprojekt: das Jahrhundertprojekt KuRaMaDa – „KUnstRAsen MArgaretenDAmm“. Unser Ziel war es, die Sportanlage und ihre bestehende Infrastruktur zum 100-jährigen Vereinsjubiläum 2027 grundlegend zu modernisieren, instand zu setzen und zukunftsfähig zu machen. Damit begann auch die Mission „Eigenanteilsfinanzierung“. Neben einer Crowdfunding- und Spendenkampagne, die durch direkte Spenden, aber auch durch eigens organisierte Spendenläufe und Turniere, Kuchenverkäufe, Mannschaftsabende, Flohmärkte und weitere Aktionen stolze 100.000 € einbrachte, wurde auf der Mitgliederversammlung die Einziehung einer Sonderumlage beschlossen, um die erhebliche finanzielle Belastung des Vereins zu reduzieren. Doch bevor die Bagger anrücken konnten, musste zunächst der Verein selbst anpacken: In nur zwei Tagen machten rund 35 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer das Baufeld frei. Werbebanden und Banner wurden abgeschraubt, Ballfangzäune, Geländer und Barrieren demontiert, Zaunpfosten weggeflext sowie Auswechselbänke und Tore ausgebaut und entfernt. Auch Betonfundamente und Metallpfosten wurden getrennt und entsorgt. Insgesamt wurde in dieser Zeit mit viel Muskelkraft und gemeinschaftlichem Engagement umfangreiche Rückbau- und Vorbereitungsarbeit geleistet. Am 10. November 2025 begann die eigentliche Bauphase. Die bestehende Rasendecke wurde abgetragen und der Untergrund vorbereitet. Die CAD-Planung wurde mit den Ergebnissen einer Drohnenvermessung zusammengeführt, um die Bearbeitungsfläche exakt abzustecken. Witterungsbedingte Verzögerungen durch Schnee und Frost erschwerten den Start der Erdarbeiten. Anschließend folgten Bodenaushub, Bodenverbesserung und technische Feldversuche, um die erforderliche Stabilität und Tragfähigkeit für den späteren Platzaufbau zu gewährleisten. Nach der Winterpause wurde der Untergrund durch eine Vermörtelung zusätzlich stabilisiert. Parallel wurde die Infrastruktur rund um den Platz modernisiert. Entwässerung und technische Leitungen wurden neu aufgebaut beziehungsweise angepasst. Entlang der Tribüne und des Spielfelds entstanden neue Einfassungen und Randbefestigungen. Für die neue Ballfangzaunanlage wurden insgesamt 83 Fundamente vorbereitet. Auch die bestehende Flutlichtanlage wurde zukunftssicher gemacht. Die vier vorhandenen Masten konnten erhalten werden und wurden mit moderner LED-Technik ausgestattet. Dadurch wurde vorhandene Infrastruktur weitergenutzt und gleichzeitig technisch modernisiert. Die hierfür erforderlichen Kabelarbeiten und vorbereitenden Maßnahmen wurden teils durch Vereinsmitglieder übernommen. Doch die Eigenleistung des Vereins beschränkte sich nicht auf einzelne Bauabschnitte. Über den gesamten Projektverlauf kamen mindestens 1.500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit zusammen. Zahlreiche Vereinsmitglieder übernahmen Grün-, Rückbau- und Vorbereitungsarbeiten, unterstützten bei der Kabelverlegung und bei (vorbereitenden) Elektroarbeiten sowie bei Zaun- und Ausstattungsarbeiten. Dazu gehörten auch Arbeiten an Blitzableitern, das Fällen und Zerkleinern von Bäumen sowie vorbereitende Arbeiten für Fundamente, Wege und Anschlüsse. Die Vereinsgemeinschaft packte überall dort mit an, wo ihre Zeit und ihr Fachwissen gebraucht wurde. Besonders wertvoll war dabei die Expertise aus den eigenen Reihen: Auch ein Elektriker, ein Straßenbauer sowie weitere handwerklich und technisch erfahrene Mitglieder brachten ihr Wissen direkt in Planung und Umsetzung ein. Mit fortschreitender Baustelle wurde die Eigenleistung immer sichtbarer. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel waren die Pflasterarbeiten: Rund 350 m² Wegfläche um den Platz entstanden in gemeinsamer Teamarbeit – an Wochenenden, Feiertagen und immer dann, wenn neben dem normalen Vereinsbetrieb Zeit dafür gefunden werden konnte. Auch am neu geschaffenen Fahrradparkplatz packten die Mitglieder selbst an und führten dort weitere Pflasterarbeiten aus. Darüber hinaus setzten sie Rasengittersteine, brachten Schotter und Splitt ein und verdichteten die Flächen rund um den neuen Platz. Während die beteiligten Fachfirmen den eigentlichen Platzaufbau übernahmen – sie stellten die Tragschichten her, bauten die Elastikschicht ein und verlegten schließlich einen Kunstrasen neuester Generation –, arbeiteten unsere Mitglieder parallel an den Bereichen weiter, die wir selbst gestalten und umsetzen konnten. Nach der Fertigstellung der Zaunanlage und der Barriere zur Haupttribüne folgten zahlreiche Arbeiten unserer Mitglieder an der Ausstattung: Banner und Werbebanden wurden montiert, bestehende (Jugend-)Tore instandgesetzt, die digitale Anzeigetafel installiert sowie neue Auswechselbänke und Tore aufgebaut und positioniert. Auch die Kippsicherung der neuen Tore mit Quarzsand wurde in Eigenleistung umgesetzt. Und auch rund um den neuen Platz wurde von unserer Vereinsgemeinschaft weitergearbeitet: Die Tontechnik für die Heimspieltage wurde optimiert und die Fantribüne unseres Fanclubs „Hopfendoldis“ im Zuge des Gesamtprojekts instandgesetzt. Hinzu kamen weitere Reinigungs-, Maler- und Montagearbeiten an der Steintribüne und der überdachten Tribüne – Arbeiten, die den neuen Platz in die bestehende Vereinsanlage eingebettet und den gesamten Standort aufgewertet haben. Das Jahrhundertprojekt KuRaMaDa – „KUnstRAsen MArgaretenDAmm“ – war damit weit mehr als eine Baumaßnahme: So entstand der neue Kunstrasenplatz als Gemeinschaftsprojekt durch das Zusammenspiel von professionellen Fachfirmen, vereinseigenem Fachwissen und einer außergewöhnlichen ehrenamtlichen Eigenleistung. Es wurde in der Vereinsgemeinschaft geplant, finanziert, organisiert, zurückgebaut, vermessen, verkabelt, gepflastert, aufgebaut und schließlich gemeinsam zum Leben erweckt. Nach mehr als fünf Jahren Projektentwicklung und rund sieben Monaten Bauphase konnte der neue Kunstrasenplatz am 19. Juni 2026 offiziell eingeweiht werden. Der FC Wacker hat nicht darauf gewartet, dass jemand anderes dieses Infrastrukturproblem löst. Wir haben es selbst angepackt – mit unserem Wissen, unserer Arbeitskraft, unserer Zeit, unserem langen Atem und unserer Leidenschaft, auf und neben dem Platz. Für die Zukunft unseres Vereins und des Fußballs in Bamberg. Wir finden: Genau das macht Vereinsheimwerker aus.
Kosten
Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt KuRaMaDa belaufen sich auf knapp 900.000 €. Darin enthalten sind insbesondere die Bauleistungen für den Kunstrasenplatz inklusive Unterbau, Tragschichten, Elastikschicht und Kunstrasenbelag, Entwässerungs- und Erdarbeiten, Zaun- und Wegearbeiten, die technische Infrastruktur, die Modernisierung der Flutlichtanlage sowie ergänzende Ausstattung wie Tore, Anzeigetafel und Pflegegerät. Durch die Weiterverwendung und gezielte Modernisierung vorhandener Infrastruktur sowie umfangreiche ehrenamtliche Eigenleistungen bei Planung, Projektsteuerung und Umsetzung konnten die Kosten deutlich reduziert werden. Diese Eigenleistungen flossen in zahlreiche Bereiche ein. Die Vereinsmitglieder übernahmen dabei unter anderem Rückbau-, Elektro-, Grün-, Reinigungs-, Pflaster-, Montage-, Maler- und Ausstattungsarbeiten. Damit bleibt KuRaMaDa trotz konsequenter Kosteneinsparungen und umfangreicher Eigenleistungen mit knapp 900.000 € Investitionsvolumen ein außergewöhnlicher finanzieller Kraftakt für den Verein.
Herausforderung
Die größte Herausforderung war die Größe und Komplexität des gesamten Projekts. Zahlreiche unterschiedliche Beteiligte – von der Stadt Bamberg über den Bayerischen Fußball-Verband und die Universität Bamberg bis hin zu Vereinsmitgliedern und verschiedensten Fachfirmen – mussten zusammengebracht und für das gemeinsame Vorhaben gewonnen werden. Darüber hinaus musste seit 2021 ein Vorhaben mit einem Investitionsvolumen von rund 900.000 € entwickelt, finanziert, politisch und institutionell abgestimmt, genehmigt und schließlich auf unserer bestehenden Sportanlage umgesetzt werden. Gleichzeitig lief der normale Vereinsbetrieb weiter. Trainings- und Spielbetrieb für Kinder, Jugendliche, Damen sowie die 1. und 2. Herren- und AH-Mannschaft mussten organisiert und möglichst aufrechterhalten werden, während parallel Planung, Finanzierung, Abstimmungen und später auch die Baustelle koordiniert wurden. Mit jedem Bauabschnitt kamen neue Herausforderungen hinzu: technische Detailfragen, Abstimmungen mit Fachfirmen, kurzfristige Änderungen auf der Baustelle und zusätzliche Eigenleistungen mussten immer wieder miteinander in Einklang gebracht werden. Besonders anspruchsvoll war es, ein Projekt dieser Größenordnung mit den Strukturen eines ehrenamtlich getragenen Vereins zu stemmen. Dafür mussten wir unser eigenes Fachwissen mit der Arbeit professioneller Firmen verbinden und die verschiedenen Beteiligten immer wieder zusammenbringen. Die eigentliche Herausforderung war deshalb nicht nur der Bau des Kunstrasenplatzes. Es war die Ausdauer, ein solches Projekt über mehr als fünf Jahre neben dem normalen Vereinsalltag immer weiter voranzutreiben, Rückschläge und Verzögerungen auszuhalten und weiter am Ball zu bleiben – ohne das Ziel aus den Augen zu verlieren. Es brauchte einen langen Atem, Beharrlichkeit und den festen Willen, das Projekt bis zum Ende durchzuziehen. Und genau diese Ausdauer hat sich schlussendlich ausgezahlt.
Highlight
Unser emotionales Highlight war der 19. Juni 2026 – der Tag, an dem unser neuer Kunstrasenplatz offiziell eingeweiht wurde. Nach Jahren der Vorbereitung, unzähligen Gesprächen, Sitzungen und Entscheidungen, zahlreichen Herausforderungen auf der Baustelle und zahllosen ehrenamtlichen Arbeitsstunden konnte unser Platz endlich offiziell eröffnet werden. Zum ersten Anstoß standen unsere Wacker Allstars auf dem neuen Grün. Unsere Vereinslegenden traten in gemischten Teams bei bester Stimmung und Wetter gegen die Bamberger Stadtratsauswahl an – umjubelt von der Vereinsfamilie und zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Begleitet wurde das Spiel im Live-Kommentar von Wolfi Reichmann. In diesem Moment wurde aus all den Plänen, abstrakten Zahlen und endlosen Arbeitsstunden plötzlich etwas Greifbares: Eine Idee, für die wir fünf Jahre gekämpft hatten, war Wirklichkeit geworden. Besonders emotional war für uns, diesen Moment mit all den Menschen teilen zu können, die über Jahre an das Projekt geglaubt, es mit ihrer Arbeit, ihrem Engagement und ihrer Unterstützung vorangebracht und somit ihren ganz eigenen Teil dazu beigetragen hatten. Viele von ihnen waren an diesem Tag dabei – und so wurde die Einweihung zu einem gemeinsamen Moment des Stolzes und der Freude. Für uns war die Einweihung deshalb weit mehr als die Eröffnung eines neuen Fußballplatzes. Sie war der sichtbare Beweis dafür, was wir als Verein zusammen erreichen können.
Das Team

Ergebnisse









